Quantum Computing bedroht heutige Kryptografie. Da deren Erfassung und Ablösung Jahre dauern kann, wird der zeitliche Vorlauf selbst zum zentralen Risiko.
Quantum Computing wird häufig als Zukunftstechnologie wahrgenommen. Die eigentliche Herausforderung für Finanzinstitute liegt jedoch nicht im künftigen Einsatz von Quantencomputern, sondern in deren Auswirkungen auf die bereits heute eingesetzte Kryptografie. In unserem Beitrag «Quantum Computing – Handlungsbedarf für Schweizer Finanzinstitute » haben wir gezeigt, welchen Handlungsbedarf die FINMA sieht und welche Massnahmen sie für die Finanzinstitute zur Mitigierung von Risiken durch Quantencomputer empfiehlt. Die zunehmende Digitalisierung von Diensten (wie z.B. Online-Banking, digitale Zahlungssysteme), heute eingesetzte Verschlüsselungstechnologien sowie der verstärkte Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) bei Cyberangriffen erhöhen die Risiken und den Handlungsbedarf für Finanzinstitute zusätzlich.
Die grösste Herausforderung liegt weniger in der Technologie selbst als vielmehr in der Komplexität der Migration. Finanzinstitute verfügen über heterogene IT-Landschaften mit Kernbankensystemen, Legacy-Anwendungen, Cloud-Diensten, Schnittstellen zu Drittanbietern, Archivierungssystemen und Signaturlösungen. Die vollständige Erfassung und Ablösung quantenanfälliger Kryptografie ist zeitintensiv und kann unter Umständen sogar mehrere Jahre dauern. Dies erklärt, weshalb die Vorbereitung bereits heute beginnen sollte. Wer erst reagiert, wenn quantencomputerbasierte Angriffe tatsächlich möglich werden, wird die erforderliche Transformation voraussichtlich nicht mehr rechtzeitig schaffen. Der zeitliche Vorlauf wird damit selbst zu einem zentralen Risikofaktor.
Die Einführung von Post-Quantum-Kryptografie (PQC) darf nicht als einmaliges und isoliertes IT-Projekt verstanden werden. Es handelt sich dabei vielmehr um eine institutsweite Aufgabe, welche Governance, Compliance und Risikomanagement, Informationssicherheit, IT-Infrastruktur, Beschaffungswesen und Drittparteimanagement gleichermassen betrifft.
Zentraler Faktor bei der Migration ist die Kryptoagilität. Darunter versteht man die Fähigkeit eines IKT-Systems oder einer Organisation, kryptografische Algorithmen rasch und effizient austauschen oder aktualisieren zu können, ohne umfangreiche Systemumbauten oder Änderungen in der Softwarearchitektur vornehmen zu müssen. Da auch zukünftige PQC-Verfahren weiterentwickelt oder ersetzt werden könnten, ist Kryptoagilität eine langfristige strategische Fähigkeit und nicht nur eine Voraussetzung für die aktuelle Migration.
Neben den technischen Herausforderungen bringt eine PQC-Migration auch diverse juristische Herausforderungen, welche es zu meistern gilt. Gerne stehen wir Ihnen zur Verfügung und unterstützen Sie z.B. bei folgenden Aufgaben:
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