Am 12.12.2025 informierte das EFD den Bundesrat über Open Finance. Fortschritte der Branche sollen mit Indikatoren geprüft werden. Vorgaben für offene Schnittstellen sind vorerst nicht geplant.
Am 12. Dezember 2025 informierte das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD) den Bundesrat über die neuesten Entwicklungen im Bereich Open Finance in der Schweiz. Das EFD plant, die künftigen Fortschritte der Banken- und Versicherungsbranche anhand klarer Indikatoren zu überprüfen, um die im Jahr 2022 definierten Ziele für Open Finance zu erreichen. Aus der am 12. Dezember 2025 veröffentlichten Medienmitteilung des Schweizerischen Bundesrates geht hervor, dass auf regulatorische Anforderungen für offene Datenschnittstellen vorerst weiterhin verzichtet wird.
Digital Finance, Digital Banking, Open Finance, Open Banking, DeFi, RegTech, SupTech sind nur einige Schlagworte, welche die Finanzbranche beschäftigt. Was bedeutet Open Finance?
Der Austausch von Finanzdaten über standardisierte und sichere Datenschnittstellen auf Wunsch der Kunden wird als «Open Finance» bezeichnet.
Dies erweitert das Konzept des Open Banking. Open Banking bezieht sich auf den Austausch von Bankdaten über standardisierte und gesicherte Schnittstellen auf Wunsch der Kundschaft. Open Finance geht weiter und stellt eine Ausweitung auf den gesamten Finanzbereich dar. Neben Bankdaten sind beispielsweise auch Versicherungsdaten oder Daten zur Wertpapieranlagen, etc. inkludiert.
Ende November 2025 wurde dank einer breit abgestützten Brancheninitiative das Multibanking für Privatkundinnen und Privatkunden lanciert. Multibanking ermöglicht es Kundinnen und Kunden, mehrere Bankkonten über eine einzige Plattform zu verwalten. Mithilfe standardisierter Schnittstellen (APIs) werden Daten verschiedener kontoführender Institute (wie Banken) zusammengeführt und in den digitalen Kanälen von anderen Instituten oder Drittanbietern angezeigt – entweder direkt (zwischen den Instituten und weiteren Drittanbietern) oder über eine zentrale technische Infrastruktur. Multibanking-Lösungen sind im Firmenkundensegment bereits seit geraumer Zeit etabliert.
Open Finance kann dazu beitragen, die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit des Schweizer Finanzplatzes zu stärken. Infolge der Öffnung der Schnittstellen und des verstärkten Datenaustauschs bestehen aber auch Risiken, wie beispielsweise im Bereich des Datenschutzes, der Cyber-Sicherheit und der operationellen Risiken. Ein vom EFD erarbeitetes und vom Bundesrat im Jahre 2022 zur Kenntnis genommenes Ziel legt auch fest, dass (im Zusammenhang mit der Öffnung der Schnittstellen) die Sicherheit, der Kundenschutz und der Datenschutz gewährleistet sein muss. Der Schutz der Kundendaten und Schutz der Berufsgeheimnisse ist für viele Institute zentral. Auch muss die Vertrauenswürdigkeit der Drittanbieter dauerhaft gewährleistet sein.
Die Art und Weise wie Finanzdienstleistungen erbracht werden befindet sich in stetem Wandel. Ob Finanzintermediär, Drittanbieter oder Kunde, die Digitalisierung im Finanzsektor beschäftigt alle gleichermassen. Auch der Begriff «Open Finance» dürfte bald allen geläufig sein. Chancen bringen auch Risiken, welche es zu überwinden gilt.
Haben Sie Fragen im Zusammenhang mit der Implementierung, der Anpassung, oder der Prüfung von innovativen Technologien und Geschäftsmodellen? Bestehen Unsicherheiten beispielsweise in Bezug auf den Datenschutz, die Einhaltung der Berufsgeheimnisse, die Cyber-Sicherheit oder die Einhaltung von regulatorischen Anforderungen? Wir beraten und unterstützen Sie gerne dabei.
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