Schadensmanagement bei Transportschäden

Die Kompetenzstelle für Logistik- und Transportrecht (KOLT) der Universität Luzern unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Furrer hat in Zusammenarbeit mit dem Swiss Shippers Council (SSC) am 5. März 2015 erfolgreich die 5. Luzerner Transport- und Logistiktage durchgeführt. 

Bei einem Transportschaden muss schnell reagiert werden: Beweise sichern, Vertrags- und Ansprechpartner und die Versicherung informieren. Zur Sicherung der eigenen Rechtsposition sollte sich jeder Unternehmer bereits im Voraus informieren, welche Massnahmen zu ergreifen sind.

An den 5. Luzerner Transport- und Logistiktagen wurden diese Fragen eingehend diskutiert. Axel Salzmann (KRAVAG) zeigte die Schadenszenarien aus der Sicht der Versicherers auf und betonte die Vielschichtigkeit der Gefahren, die er zurückführte auf die verkürzten Produktionszyklen zur Vermeidung von Lagerkosten, auf die Suche nach preisoptimierten Transportwegen auch für werthaltige Güter, aber auch auf wachsende Gefahren im Bereich der Umweltkatastrophen, soziale und politische Unruhen, kriminelle Tätigkeiten und strengere rechtliche Rahmengbedingungen. Prof. Dr. Alexander von Ziegler (Schellenberg Wittmer AG) zeigte in seinem Inputreferat das komplexe Geflecht nationaler und internationaler Regelungen auf, die durch zahlreiche Sondervorschriften für die verschiedenen Transportmodalitäten geprägt sind.

In drei Panels wurden anschliessend die praxisrelevanten Fragen diskutiert: Unter der Leitung von Rolf Käppeli (tsm Versicherungsgesellschaft) wurden die Möglichkeiten und Stolpersteine im Bereich der ersten Faktensicherung diskutiert. Das Ziel besteht jeweils darin, alle Fakten so zu ermitteln, dass spätere Rechtsansprüche noch geltend gemacht oder abgewehrt werden können. Hingewiesen wurde insbesondere auf die Pflicht zur Schadensminderung, die dem Geschädigten obliegt und auch ihn zum sofortigen Handeln zwingen kann. Im zweiten Panel diskutierte Experten unter der Leitung von Dr. Vesna Polic (gbf Rechtsanwälte) die Frage der Schadenaufarbeitung. Dabei wurde aufgezeigt, wie unter dem grossen Zeitdruck beim Umschlag von Waren die notwendigen Kontrollen des Frachtgutes sichergestellt und die Rügeobliegenheiten eingehalten werden können. Im dritten Panel wurden unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Furrer (MME Legal AG in einem Gespräch zwischen einem Frachtführer, einem Rechtsanwalt und einem Richter die prozessualen und strategischen Fragen zur erfolgreichen Durchsetzung oder Abwehr von Ansprüchen besprochen. Unterschiedliche Ansichten ergaben sich insbesondere bei dem Beweiswert von Partei- und Gerichtsgutachten.

*Prof. Dr. Andreas Furrer

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