MME Indirect Tax Team verstärkt sich

Zoll, Zollrecht, Zollverfahren, Exportkontrolle

Zum 1. September 2018 hat MME das Indirect Tax Team mit Karl Fässler verstärkt, Experte für Zollangelegenheiten und -management.

Karl Fässler ist ein ausgewiesener Spezialist und deckt die Bereiche Zollrecht, Zollverfahren inklusive Zolllager, Auditierung AEO, zugelassene Versender / Empfänger, Zollstrafverfahren, internationale Amts- und Rechtshilfe, Exportkontrolle und Luftfahrt umfassend ab.

Die Zollverwaltung erhebt an der Grenze nicht nur Zoll und Mehrwertsteuer, sondern auch viele indirekte Steuern wie z.B. Alkohol-, Bier-, Tabak- und Mineralölsteuer sowie Schwerverkehrs- und Lenkungsabgaben. «Die Themen, die sich bei Ein- und Ausfuhren aus «regulatorischer» und Compliance Sicht ergeben, sind extrem vielfältig», so Karl Fässler. Aus aussenwirtschaftlicher und aussenpolitischer Sicht sind UNO-Embargos zu beachten, Sanktionen sind zu berücksichtigen und Exportkontrollen sind zu erfüllen. Beim Import gilt es, Zollkontingente zu bewirtschaften, sowie Lebensmittelgesetzgebung und Gesundheitsschutzmassnahmen einzuhalten. Weitere Bereiche betreffen den Tier-, Pflanzen- und Artenschutz sowie das Immaterialgüterrecht. Nicht zuletzt ist bei der Ein- und Ausfuhr von Kunstgegenständen Einiges zu beachten.

Anhand ausgewählter Beispiele geben wir Ihnen einen kleinen Einblick in die Themenvielfalt von grenzüberschreitendem Handel. Auf Grund der sich laufend verändernden zollrechtlichen Bestimmungen in der EU und der Schweiz ist es für Import- und Exportunternehmen unabdingbar, gut informiert zu sein und über aktuelle Kenntnisse der jeweiligen gesetzlichen Bestimmungen und Vorschriften zu verfügen. »Auch hier schützt Unkenntnis vor Schaden nicht», so Karl Fässler.

Präferenzabkommen

Präferenzabkommen zwischen der Schweiz, EU und einer Vielzahl von Drittländern sorgen für erhebliche Zollvergünstigungen. Exportierende Schweizer Unternehmen können ihren Kunden beträchtliche Zollabgaben ersparen und somit Wettbewerbsvorteile verschaffen. Wenn Sie den Überblick über die Ursprungsangaben Ihrer Lieferanten haben, können Sie selbst Ihren Einkauf so gestalten, dass Sie möglichst geringe Zollabgaben leisten müssen. Das Team von MME unterstützt und berät Sie in der Planung, Optimierung und Anwendung der verschiedenen Abkommen.

Zolllager

Man unterschiedet nach Zollfreilager, offene Zollager (OZL) und Lager für Massengüter.

Zollfreilager

Zollfreilager sind Warenlager, in denen unverzollte und unversteuerte Waren zwischengelagert werden. Sie werden durch private Lagerhausgesellschaften betrieben, haben öffentlichen Charakter und stehen allen Interessenten offen. Die wichtigsten Vorteile des Zollfreilagers:

  • Transitlagerung: Transitwaren können ohne Entrichtung der Einfuhrabgaben im Zollgebiet gelagert werden.
  • Kreditlagerung: Für Waren, die zum Verkauf im Zollgebiet bestimmt sind, müssen die Einfuhrabgaben erst nach Beendigung der Vorratshaltung entrichtet werden (definitive Zollanmeldung).

Offene Zolllager (OZL)

Im OZL wird auf die Veranlagung von Einfuhrabgaben wie beispielsweise Zoll, Einfuhrsteuer sowie die Anwendung handelspolitischer Massnahmen, insbesondere mengenmässige Beschränkungen, Überwachungs- und Schutzmassnahmen, verzichtet.

Die wichtigsten Vorteile des OZL:

  • Alle Vorteile des Zollfreilagers
  • Ausserdem lokale Unabhängigkeit, d.h. die Waren müssen keiner Zollstelle zugeführt werden
  • und die vorhandenen Infrastrukturen können optimal für den Warenumschlag und die -lagerung eingesetzt werden.

Lager für Massengüter

Als Massengüter gelten Waren in Mengen von mindestens 10’000 kg Eigenmasse, die sich aufgrund ihres gleichmässigen physikalischen Charakters für Massengut-Umschlag und -Transport anbieten.

Im Lager für Massengüter werden die Einfuhrzollabgaben mit bedingter Zahlungspflicht veranlagt und sowohl handelspolitische Massnahmen als auch nichtzollrechtliche Erlasse des Bundes angewendet. Dies bedeutet, dass allfällige Abgaben sichergestellt und Verbote/Beschränkungen eingehalten werden müssen.

Das Team von MME berät Sie bei der Wahl der für Sie günstigsten Lagerhaltungsvariante und zeigt Ihnen die verschiedenen Möglichkeiten der Zollverfahren auf.

Luftfahrt

Typ und Nutzung haben massgeblichen Einfluss auf die Veranlagung von Luftfahrzeugen. Handelt es sich um Linien-, Charter- oder Businessverkehre mit gewerblicher Nutzung, so sind diese gemäss Mehrwertsteuergesetz steuerbefreit während nicht gewerblich genutzte Flugzeuge steuerpflichtig sind.

Bei der Besteuerung fallen Themen wie Wet- und Dry-Leasing, Aircraft Management sowie Eigentumsverhältnisse ins Gewicht. Es stellen sich viele Fragen, die zunächst geklärt werden müssen: Wie erfolgt die Zollanmeldung? Handelt es sich um ein ausländisches Luftverkehrsunternehmen? Handelt es sich um ein Luftfahrzeug zum Eigengebrauch durch im Ausland wohnhafte Personen, das vorübergehend ins Zollgebiet verbracht wird, fällt in diesem Fall auf den Flugzeugtreibstoff Mineralölsteuer an?

Im Hinblick auf Wartung und Unterhalt des Flugzeugs im Ausland können mit der Zollverwaltung Vereinbarungen getroffen werden, damit nicht bei jeder Wartung, jedem Unterhalt eine sofortige Anmeldung der Arbeiten beim Einflug vorgenommen werden muss.

Ein weiteres Thema bei der Luftfahrt sind die Zollflugplätze. Hier gibt es verschiedene Kategorien, die von A wie Zürich und Genf über Bern und Lugano (Kategorie B) bis hin zu Nichtzollflugplätzen der Kategorien D und P reichen. Entsprechend der Kategorie sind die einzelnen Verfahren grenzüberschreitender Flüge sehr unterschiedlich.

MME profitiert von dem Know how des ehemaligen Leiters Passagierdienst bei der Zollstelle Zürich-Flughafen, Karl Fässler, der dort auch zuständig war für das Aviatikteam und Sie jetzt als Tax Counsel bei MME kompetent in allen Belangen der Luftfahrt und den einzelnen Verfahren beraten und für Sie die notwendigen Bewilligungen einholen kann.

Inlandtransporte

Es ist untersagt, Binnentransporte (Kabotage) zu gewerblichen Zwecken mit ausländischen Beförderungsmitteln durchzuführen. Solche Transporte sind grundsätzlich in den zollrechtlich freien Verkehr zu überführen. Unter gewissen Umständen kann jedoch die Zollverwaltung für solche Transporte die zollfreie vorübergehende Verwendung im Zollgebiet bewilligen, wenn z. B. keine entsprechenden inländischen Beförderungsmittel zur Verfügung stehen sollten und die Einsatzdauer beschränkt bleibt.

Automobilsteuer

Die Zollfahndungen führen zur Zeit mehrere Strafuntersuchungen im Bereich der Automobilsteuer durch. Betroffen sind vor allem KMU’s, welche die Fahrzeuge nach dem Import als Invalidenfahrzeuge umbauen. Den KMU’s war nicht bewusst, dass sie, wenn sie das Fahrzeug umbauen, gemäss Automobilsteuergesetz als Hersteller gelten und somit steuerpflichtig sind.

Das MME Team mit seinem Tax Counsel Karl Fässler kann die Klienten bei der Erhebung der Automobilsteuer, aber auch im Strafverfahren beraten und unterstützen. Profitieren Sie von seinem langjährigen Erfahrungsschatz als Leiter einer Fahndungsgruppe.

Digitalisierung im Bereich Zoll

Die Transformation des Schweizer Zolls hat unter dem Acronym DAZIT 2018 ihren Anfang genommen und soll bis 2026 abgeschlossen sein. Das Programm der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) sieht die Vereinfachung von Zollformalitäten sowie eine durchgehende Digitalisierung vor. Die mit der internen Reorganisation der EZV einhergehenden Veränderungen haben weitreichende Konsequenzen für alle Importeure und Exporteure. Auch hier wird das MME Team mit dem Tax Counsel Karl Fässler die Klienten unterstützen und Ihnen die Möglichkeit bieten, Ihre Anwenderkenntnisse durch Insights und die langjährige Expertise aus der EZV zu erweitern.

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