Steuerfolgen bei Ausschüttungen nach einer M&A Transaktion

M&A, Transaktionen

Um was geht es?

Der Kapitalgewinn aus dem Verkauf privat gehaltener Beteiligungen wird beim in der Schweiz steuerpflichtigen Aktionär nicht besteuert. Dividendenausschüttungen unterliegen demgegenüber beim Privataktionär der Einkommenssteuer. Aus Steuersicht hat ein Aktionär somit ein Interesse daran, Gewinne nicht auszuschütten, sondern in der Gesellschaft zu thesaurieren und später durch einen Verkauf der Anteilsscheine steuerfrei zu realisieren. Wird ein wesentlicher Anteil (>20%) an einem solchen «vollen Portemonnaie» ins Geschäftsvermögen des neuen Eigentümers verkauft, kann dieser die thesaurierten Gewinne steuerfrei vereinnahmen, da die Dividenden bei wesentlichen Beteiligungen im Geschäftsvermögen nicht besteuert werden resp. durch die Abschreibung der Anschaffungskosten neutralisiert werden können.

Um einem solchen Vorgehen – der sogenannten indirekten Teilliquidation - den Riegel vorzuschieben, sieht das Schweizer Steuergesetz vor, dass ein vermeintlich steuerfreier Kapitalgewinn beim Veräusserer nachträglich als steuerbarer Vermögensertrag behandelt wird, wenn kumulativ folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Verkauf einer Beteiligung von mindestens 20% aus dem Privatvermögen in das Geschäftsvermögen einer natürlichen oder juristischen Person;
  • der Käufer tätigt innerhalb von 5 Jahren nach dem Kauf eine Ausschüttung aus der Substanz des Unternehmens;
  • die Substanz war überdies im Zeitpunkt des Kaufes bereits vorhanden, handelsrechtlich ausschüttungsfähig und nicht betriebsnotwendig.

Eine Umqualifikation des steuerfreien Kapitalgewinns in steuerbaren Vermögensertrag erfolgt, indem in der Steuererklärung des Verkäufers die vom Käufer vorgenommenen Ausschüttung zum steuerbaren Einkommen hinzugerechnet wird. Ist die Veranlagung bereits definitiv, wird diese Aufrechnung im Nachsteuerverfahren vorgenommen.

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Was muss ich tun?

Der Verkäufer hat keinen Einfluss darauf, ob die erwerbende Partei eine Ausschüttung vornehmen wird. Deshalb hat der Verkäufer ein Interesse daran, sich mit einer Vertragsklausel gegen unliebsame Steuerfolgen zu schützen. Demgegenüber besteht das Interesse aus Käufersicht darin, die latente Steuerlast bei den Kaufpreisverhandlungen einfliessen zu lassen und möglichst grosse Flexibilität für zukünftige Ausschüttungen sicherzustellen. Gerne unterstützt Sie das MME M&A Team bei Ihrer Transaktion und schützt Ihre Interessen – ganzheitlich, proaktiv und pragmatisch.

Mai 2019 | Autoren: Dr. Samuel Bussmann, Kuno Sutter

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