Lootboxes und Skin Gambling im schweizerischen Glücksspielrecht

Am 17. September 2018 haben sich 16 Glücksspielbehörden in einer gemeinsamen Erklärung dazu verpflichtet, Lootboxes und Skin Gambling (Online Wetten mit Skins) genauer zu prüfen. Dies aufgrund der Vermutung, dass diese In-Game-Features als Glücksspiele qualifiziert werden könnten und so unter die Regulierung der einzelnen Länder fallen würden.

Lootboxes

Eine Lootbox ist eine virtuelle «Box», d.h. eine Kiste, die man innerhalb eines Games (z.B. Counter Strike: Global Offensive oder Dota 2) freischalten, finden oder kaufen kann, um eine zufällige Auswahl bestimmter Objekte bzw. Skins zu erhalten.

Ob eine Lootbox unter die heutige oder zukünftige Gaming-Regulierung der Schweiz fällt, hängt entscheidend von ihrer Ausgestaltung und der Form ihres Erwerbs ab: Lootboxes, die durch Leistung oder durch Zufall erlangt werden, verlangen keinen Einsatz i.S.v. Art. 3 SBG (Spielbankengesetz) bzw. Art. 3 lit. a BGS (Geldspielgesetz, welches im Januar 2019 in Kraft tritt). Sie unterliegen deshalb weder dem aktuellen noch dem zukünftigen Spielgesetz. Für den Fall, dass Lootboxes gegen Echtgeld bzw. in manchen Fällen auch Spielgeld erworben werden kann, ist das Kriterium des Einsatzes erfüllt. Um als Glücksspiel bzw. Geldspiel im Sinne des SBG oder des BGS zu gelten, muss zusätzlich der Inhalt der Box hauptsächlich durch Zufall beeinflusst werden, und der Spieler muss die Möglichkeit haben, aus der Box einen Preis zu gewinnen, der einem Geldgewinn oder einem anderen finanziellen Vorteil entspricht.

Skin Gambling

Skin Gambling bezeichnet die Verwendung von Skins als virtuelle Währung, um auf das Ergebnis von (e)Sportereignissen zu wetten oder um sie als Einsatz für Glücksspiele zu verwenden. Als Skins bezeichnet man virtuelle Güter, die für das Gameplay in Videospielen verwendet werden, meist kosmetischer Natur sind und daher keinen direkten Einfluss auf das Spielresultat haben.

Skins, welche erspielt oder im Spiel gewonnen werden, ohne dass hierfür ein geldwerter Einsatz nötig war, stellen analog zu den Lootboxes keinen Einsatz i.S.v. Art. 3 SBG bzw. Art. 3 lit. a BGS dar. Skins, welche in einem Spiel gegen Geld erworben werden und anschliessend als Einsatz für Sportwetten oder Online Casino Spiele verwendet werden, können u.E. hingegen unter den Begriff des Einsatzes i.S.d. Geldspielgesetzgebung fallen. Ohne Lizenz droht schweizerischen Anbietern von Skin Gambling eine strafrechtliche Verfolgung und ausländischen Anbietern die Sperrung der Website.

Fazit

Im Zusammenhang mit der Qualifizierung von In-Game-Features wie Lootboxes und Skin Gambling muss jeweils beachtet werden, dass die Eigenschaften und Nutzungsmöglichkeiten von solchen Features je nach Anbieter variieren. Für eine abschliessende Beurteilung ihrer Rechtmässigkeit nach Schweizer Recht müssen ihre spezifischen Merkmale individuell geprüft werden.

Die Eidgenössische Spielbankenkommission (ESBK) hat die eingangs erwähnte, von den 16 Glückspielbehörden verfasste Erklärung nicht unterzeichnet und sieht derzeit noch keinen Bedarf zur genaueren Prüfung von Videospielen und Gaming in sozialen Netzwerken (vgl. NZZ am Sonntag vom 8. September 2018).

Mehr Infos zur gemeinsamen Erklärung der 16 Glücksspielbehörden finden Sie hier.

Oktober 2018 | Autoren: Andreas Glarner, Alexandra Körner, Carlo Schmid

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