Drohnen Ökosystem Schweiz

Gesetzgeberische und technische Projekte zur Steigerung von Sicherheit und Innovation im Luftraum

Um die Sicherheit im Luftraum zu erhöhen, das florierende Drohnenökosystem zu fördern und die führende Position der Schweiz in der Drohnenforschung und -innovation zu erhalten, soll die Schweizer Gesetzgebung angepasst und ein Flugverkehrsmanagementsystem für Drohnen entwickelt werden. In der Schweiz haben sich Forschung und Industrie im Bereich der Drohnen einen internationalen Spitzenplatz erarbeitet. Wenn es nicht gelingt, den Drohnenbetrieb in geordnete Bahnen zu lenken, drohen diese Vorteile und die Sicherheit in der Luftfahrt verlorenzugehen. Der Luftraum soll deshalb für Drohnen geöffnet werden!

Neuregelung des Luftraums für Drohnen

Das Schweizer Parlament behandelte die Motion Candidas (Motion 18.3371) um im Bereich der Drohnen die notwendigen Grundlagen für die Sicherheit der Luftfahrt und den ordnungsgemässen Betrieb zu schaffen sowie die Voraussetzungen für eine wirksame Kontrolle und den rationellen Einsatz dieser Geräte zu fördern. Ziel ist es, die rechtlichen Rahmenbedingungen für eine angemessene Aus- und Weiterbildung der Drohnenbediener, Registrierungs- und Identifikationspflichten sowie die Festlegung technischer Sicherheitsstandards für alle in der Schweiz eingesetzten Drohnen zu schaffen. Der Antrag wurde von beiden Kammern des Parlaments angenommen (Nationalrat 15.06.2018; Ständerat 12.09.2018). Der Bundesrat hat den Antrag unterstützt und ist nun für die Ausarbeitung des Gesetzes zuständig.

Traditionell verfolgt die Schweiz einen liberalen, bürger- und wirtschaftsfreundlichen Ansatz. Ein Kernpunkt des Gesetzes wird die Schaffung eines nationalen Drohnenregisters sein, das die Belastung der Betreiber (Drohnen und Modellflugzeuge) so gering wie möglich hält. Gleichzeitig sollen die von der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) erlassenen EU-Vorschriften so genau wie möglich abgebildet werden, um den Marktzugang für das Schweizer Drohnenökosystem zu gewährleisten.

Projekt "U-Space"

Auf technischer Ebene unterstützt das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) Skyguide bei ihrem Leuchtturmprojekt "U-Space" zum Aufbau eines digitalen und automatisierten Flugverkehrsmanagementsystems für Drohnen. U-Space von Skyguide wird das erste nationale Luftraummanagementsystem für Drohnen in Europa sein, mit dem Ziel, das massive Potenzial des Drohnenökosystems zu ermöglichen und zu erschliessen. U-Space ist die digitale Infrastruktur, die den sicheren und effizienten Zugang zum schweizerischen und europäischen Luftraum für Millionen von Drohnen ermöglicht. Der Zweck von U-Space ist es, die sichere Öffnung des Luftraums für Drohneneinsätze im unteren Luftraum, ausserhalb der Sichtlinie und in Ballungsgebieten zu gewährleisten. Es beinhaltet technische Lösungen für die Registrierung der Drohne und die sichere Steuerung der Drohne während des Betriebs. Die ersten Lösungen, die umgesetzt werden sollen, sind E-Registrierung, E-Identifikation und Geo-Fencing. Die Reichweite von U-Space wird sich nicht auf die Schweiz beschränken, sondern Standards für den Aufbau einer digitalen unbemannten Flugverkehrsmanagementinfrastruktur in Europa liefern. U-Space gilt daher nicht nur in der Schweiz, sondern auch in der EU als Pionierprojekt für die Flugsicherungstechnik.

Die Europäische Kommission geht davon aus, dass der globale Marktplatz für unbemannte Flugzeuge oder Drohnen bis 2035 jährlich mehr als 10 Milliarden Euro an wirtschaftlichen Auswirkungen haben wird. U-Space ist eine Reihe neuer Dienste und Verfahren, die den effizienten und sicheren Zugang zum Luftraum für diese grosse Anzahl von Drohnen unterstützen sollen. U-Space kann den reibungslosen Betrieb aller Drohnenkategorien, aller Arten von Missionen und aller Drohnenbenutzer in allen Betriebsumgebungen gewährleisten. Es bietet nicht nur den Rahmen für den Routinebetrieb von Drohnen, sondern auch eine effektive Schnittstelle zur bemannten Luftfahrt. Die Dienste basieren auf einem hohen Grad an Digitalisierung und Automatisierung der Funktionen, entweder an Bord der Drohne selbst oder am Boden.

Januar 2019 | Autor: Dr. Martin Eckert

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