Änderungen beim Beteiligungsabzug für liechtensteinische Gesellschaften

Änderungen im Überblick

Liechtenstein hat bedeutende Änderungen hinsichtlich des Beteiligungsabzugs beschlossen. Die Neuregelungen sind per 1. Januar 2019 in Kraft getreten. Die Änderungen betreffen die Steuerbefreiung von Beteiligungserträgen und Kapitalgewinnen sowie die steuerliche Abzugsfähigkeit von Abschreibungen auf Verluste aus dem Verkauf von Beteiligungen. Neu wird für Beteiligungserträge und Kapitalgewinne die Steuerbefreiung in Liechtenstein versagt, wenn diese aus einer passiven Tätigkeit resultieren sowie einer niedrigen Besteuerung unterliegen. Darüber hinaus werden Abschreibungen auf Beteiligungen sowie Veräusserungsverluste aus Beteiligungsverkäufen dem steuerlichen Reinertrag wieder hinzugerechnet.

 

Steuerbefreiung für Beteiligungserträge und Kapitalgewinne

Um nicht Teil der Liste «unkooperativer Staaten» zu werden, hat die EU und die Code of Conduct on Business Taxation Gruppe («COC Gruppe») von Liechtenstein eine Beschränkung der Steuerbefreiung auf Gewinnanteile bzw. Ausschüttungen sowie Kapitalgewinne gefordert. Liechtenstein hatte zugesichert, die bemängelten Punkte bis zum 31. Dezember 2018 zu beseitigen.

Bis einschliesslich 2018 waren Gewinnanteile und Ausschüttungen aus Beteiligungen an juristischen Personen in Liechtenstein von der Ertragssteuer befreit, soweit die Gewinnanteile bzw. Ausschüttungen von der leistenden juristischen Person steuerlich nicht als Aufwand geltend gemacht werden konnten. Ab 2019 wird die Freistellung der Gewinnanteile sowie Ausschüttungen, unabhängig von der Beteiligungshöhe, weiter eingeschränkt. Gemäss der Neuregelung wird die Steuerfreistellung auch versagt, wenn kumulativ die nachfolgenden Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Beteiligung an einer Gesellschaft im Ausland;
  • Mehr als 50% des Gesamtertrags der Beteiligung besteht nachhaltig aus «passiven Einkünften», die nicht aus einer tatsächlichen wirtschaftlichen Tätigkeit stammen;
  • Der Reingewinn der Beteiligungsgesellschaft unterliegt einer niedrigen Besteuerung im Ausland.

Für Beteiligungen, die bereits vor dem 1. Januar 2019 gehalten wurden, findet die neue Missbrauchsbestimmung erstmals für die Steuerperiode 2022 Anwendung. Infolgedessen sollten bei Beteiligungen, die die Voraussetzungen für eine Steuerbefreiung nicht erfüllen, alle laufenden Gewinne ausgeschüttet sowie Gewinnrücklagen aufgelöst werden.

Darüber hinaus werden auch Kapitalgewinne besteuert, wenn die Gewinnanteile und Ausschüttungen aus diesen Beteiligungen gemäss den ab dem 1. Januar 2019 geltenden Bestimmungen besteuert werden sollten.

 

Verluste aus Beteiligungen: nicht mehr abzugsfähig

Bis einschliesslich 2018 können realisierte und nicht-realisierte Verluste auf Beteiligungen steuerlich als Aufwand (Abschreibungen) geltend gemacht werden. Ab dem 1. Januar 2019 sind Veräusserungsverluste sowie Abschreibungen auf Beteiligungen steuerlich nicht mehr abzugsfähig. 

April 2019 | Autoren: Andreas Müller, Dr. Hagen Luckhaupt

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